Der Sommer war ein Rausch, doch nun ist Zeit,
da das Gefäß der Farben überbricht.
Nicht fallen sie, die Blätter, wie man spricht,
sie lösen sich in flammender Klarheit.
Die Luft, sie atmet leise, fast geheim,
ein Gold, das schwer im Morgendunst noch hängt.
Der Ahorn weiß, dass nichts ihn mehr bedrängt,
er wird zur Fackel vor dem Winterheim.
Und auf den Wegen ruht die große Stille,
die nur das Fallen ferner Früchte stört,
ein Ton, den man ins tiefste Inn’re hört –
die Seele sucht die letzte, reine Fülle.
Wer jetzt nicht liebt, wird lange einsam sein.
Die Sehnsucht schläft nicht, sie wird nur mehr klar.
Sie ist der Weg, der uns zu dem Jahr
zurückführt, wo der Anfang noch so rein.
So wandert man und hält den Atem an,
begreift, dass alles Wandeln Gnade ist.
Weil nichts verweilt, weiß man, was man vermisst,
und sieht im Welken den vollkommnen Plan.
Bei G. Emini 🤩





