3. Wie kann die sprachliche Verständigung mit Aphasikern erleichtert werden ?

Auf jeden Fall sollten Sie die Empfehlung der behandelnden Sprachtherapeutin beachten, denn sie kann individuelle Hinweise für den sprachlichen Umgang geben. Es gibt jedoch auch generelle Regeln, die Apasikern das Sprechen und Verstehen erleichtern.

  • Solange Sie verstehen, was der Betroffene meint, ist es nicht notwendig, ihn zu verbessern.
  • Sorgen Sie für eine ruhige Umgebung, Störgeräusche (Radio, Fernsehern Hintergrundgeräusche, … ) sollten Sie vermeiden.
  • Nehmen Sie sich Zeit für das Gespräch, warten Sie Pausen ruhig ab.
  • Vermeiden Sie, daß mehr als eine Person gleichzeitig spricht.
  • Sprechen Sie ruhig und deutlich in kurzen, einfach Sätzen und in normalen Tonfall. Vermeiden Sie „Telegrammstil“ und „Kindersprache“.
  • Fordern Sie nicht zwei Dinge gleichzeitig, das es schwierig sein kann, sich auf mehrere Tätigkeiten zu konzentrieren, z.B. gehen und sprechen. 
  • Unterstützen Sie Ihr Sprechen mit Mimik und Gestik, um besser verstanden zu werden.
  • Fassen Sie das Gesagte zwischendurch zusammen, um zu gewährleisten, das Sie einander richtig verstanden haben.
  • Kündigen Sie Ihrem Angehörigen Themenwechsel an.
  • Versuchen sie bei schwieriger Verständigung über gezielte JA/NEIN-Fragen herauszufinden, was der Angehörige meint. Stellen Sie Sicherungsfragen bei Verständnisproblemen, z.B. „Meinst Du … ?“  Fordern Sie ihn auf, zu zeigen, zu deuten oder Gestik einzusetzen. Es kann vorkommen, daß eine Aphasiker etwas ganz anderes sagt, als er meint, z.B. kann er JA und NEIN verwechseln.
  • Eine weitere Möglichkeit bei Verständnisproblemen ist, das Gleiche nochmals mit anderen Worten klarzumachen.
  • Sagen Sie Ihrem Angehörigen, wenn Sie ihn nicht verstanden haben.
  • Zeigen Sie Verständnis für die Sprachstörung, ohne diese dauernd zu thematisieren.
  • Sprechen SIe nicht über den Kopf des Betroffenen hinweg. Er kann sich dann leicht ausgeschlossen und entmündigt fühlen.
  • Fühlen Sie sich nicht verpflichtet, Ihrem Angehörigen selbst Sprachtherapie zu geben. Das ist nicht Ihre Aufgabe,  sondern Ihre Aufgabe einer erfahrenen Sprachtherapeutin.
  • Versuchen Sie den Betroffenen zu intergrieren, soziale Isolation zu vermeiden und bestehen Kontakte aufrechtzuerhalten.
  • Gehen Sie, soweit möglich, gemeinsamen Hobbys, und Aktivitäten nach.

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